3Durch den Mund von Kindern und Säuglingen hast du die Macht erlangt, deine Feinde zu verwirren, den Widersacher und den Gotteslästerer zum Schweigen zu bringen.
Wenn die Kleinen die Nacht wachhalten
Rund 1200 Menschen, darunter 700 Kinder, versammelten sich vor einer Nachbildung der Lourdes-Grotte in den Vatikanischen Gärten. Leo XIV. betete am 1. Oktober, dem ersten Tag des Rosenkranzmonats, mit ihnen. Am Tag zuvor hatte die Kirche ihren Blick auf das verwundete Land Tigray gerichtet. Heute verfolgt sie einen anderen Ansatz: Sie betrachtet die Wunde nicht länger nur, sondern mobilisiert eine ganze Gemeinschaft von Gläubigen.Dieser Wandel ist unschätzbar wertvoll. Angesichts des Krieges fühlen wir uns oft wie bloße Zuschauer. Der Rosenkranz macht uns zu aktiven Teilnehmern, auf eine Weise, die die Welt als trivial betrachtet. Schon der Psalmist erkannte dies: «Aus dem Mund von Kindern und Säuglingen bringst du Lob hervor gegen deine Widersacher, um den Feind und den Rebellen zum Schweigen zu bringen» (Psalm 8,3). Das Gebet von Kindern ist eine Waffe, aber eine unerwartete. Es entwaffnet.
Wenige Tage zuvor hatte der Papst vom Heiligtum in den Pyrenäen aus alle Gläubigen eingeladen, im Oktober den Rosenkranz zu beten, damit Kriege aufhören und Frieden zwischen den Völkern herrschen möge. Das Gebet Roms mit Kindern ebnet den Weg dafür. Der Papst bat um «Frieden für alle Kinder der Welt». Die Formulierung ist einfach und vermittelt die wesentliche Botschaft: Kinder sind die ersten Opfer von Konflikten, und hier werden sie zu den ersten Fürsprechern.
Eine Woche für die gesamte Menschheit
Fünf Zehner, fünf Sprachen
Die liturgischen Details sind bemerkenswert. Jedes Gesätz wurde in einer anderen Sprache gebetet: Italienisch, Spanisch, Urdu, Deutsch und Arabisch. Das gleiche Ave Maria erklingt in fünf verschiedenen Tonlagen. Das Urdu erinnert an die verfolgten Christen Pakistans. Das Arabische an den Libanon, Syrien und das Heilige Land. Das Spanische an Kuba und Venezuela. Rom wird zu einem kleinen Abendmahlssaal, in dem jeder das Gebet in seiner eigenen Sprache hört.
Wir denken an den Bericht von Pfingsten: «Jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden» (Apg 2,6). Babel hatte die Sprachen durch Stolz zerstreut. Der Rosenkranz vereint sie durch Demut. Er beseitigt keine Unterschiede; er führt sie zu einem Herrn. Genau dieser Einheit soll das Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen dienen.
Die Anwesenheit von Kardinal Kurt Koch, Präfekt dieses Dikasteriums, ist daher nicht bloß repräsentativ. Sie dient als Mahnung, dass der Frieden zwischen den Nationen durch die Einheit der Getauften geschmiedet wird. Gespaltene Christen verkünden Versöhnung nicht gut. Eine Kirche, die mit einer Stimme betet, verkündet sie umso besser.Eine Premiere: sieben Tage statt einem
Die Initiative erstreckt sich erstmals über eine ganze Woche, vom 1. bis 7. Oktober. Ihren Höhepunkt findet sie am Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz. Diese Flexibilität ermöglicht es jeder Diözese, Schule, Pfarrei oder Familie, den Tag entsprechend ihren Gegebenheiten zu wählen. Doch die Intention bleibt dieselbe. Es ist ein schönes Bild des Katholizismus: verschiedene Zeiten, ein Gebet.
Diese Initiative hat ihren Ursprung nicht in Rom. Seit über zwanzig Jahren wird sie vom päpstlichen Hilfswerk Kirche in Not unterstützt, und ihre Idee entstand 2005 in Venezuela vor einem Marienbild. Ihr Motto ist kühn: Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird sich die Welt verändern. Die Organisatoren sprechen von über einer Million Teilnehmern. Andere, konservativere Zahlen gehen von etwa 281.000 Anmeldungen zum 1. Oktober aus. Diese Diskrepanz schmälert die Bedeutung des Gebets nicht. Gott zählt nicht wie wir, und das Reich Gottes ist keine Frage von Statistiken.
Lectio divina
«Wenn ihr euch nicht ändert und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.» Matthäus 18,3
Wann hast du das letzte Mal unbeschwert gebetet, wie ein Kind? Wer wartet fern von dir darauf, dass du seinen Namen vor Gott nennst? Ist dein Friede wie ein empfangenes Geschenk oder ein errungener Sieg? Was würdest du tun, wenn dein Gebet wirklich erhört würde?
Herr, du hast ein Kind in unsere Mitte gestellt. Du hast seine Hand in deine gelegt. Schau auf die Kinder von Charkiw, Beirut und Juba. Schau auf jene, die in der Nacht Angst haben. Möge dieser Rosenkranz ein Wollfaden sein, der zwischen ihnen und dir gespannt ist. Möge Maria ihn halten und dein Friede auf sie herabströmen.
Ein kleines, warmes Holzstück gleitet zwischen den Fingern eines Kindes hindurch, in der Stille eines Abends im Garten.

Die Gesichter hinter den Absichten
Die Außenbezirke, einer nach dem anderen genannt
Die Anliegen dieser Woche zeichnen ein Bild des Leidens. Da sind die Kinder der Ukraine, die Familien im Libanon, in Syrien und im Heiligen Land sowie die verfolgten Christen in Pakistan. Da ist auch die lang ersehnte Versöhnung im Südsudan und die Familien in Kuba und Venezuela. Allein schon die Benennung dieser Orte ist ein spiritueller Akt. Ein Gebet, das vage bleibt, wird schnell zu einem Seufzer; eines, das benennt, wird zur Fürbitte.
Der heilige Paulus ermahnt die Christen außerdem, «im Geist zu sein und mit Inbrunst zu beten, ausharrend, für alle Heiligen einzutreten» (Epheser 6,18). Der entscheidende Zusatz ist «für alle». Ein Kind Roms, das für einen Freund in Charkiw oder Beirut betet, den es nie sehen wird, erfährt durch sein eigenes Sein, durch die Finger, die die Körner zählen, von der Gemeinschaft der Heiligen. Kein Katechismus kann diese Lektion ersetzen.
Warum der Rosenkranz, warum Kinder?
Der Rosenkranz ist das Gebet der Einfachen. Er erfordert weder Gelehrsamkeit noch Beredsamkeit, nur Treue. Er lädt uns ein, durch Maria, die alles «in ihrem Herzen» bewahrt (Lk 2,19), über das Evangelium nachzudenken. Kinder beten ihn ganz natürlich, denn sie wissen, wie man wiederholt, ohne sich zu langweilen, so wie sie jeden Abend dieselbe Geschichte hören möchten. Die Wiederholung, die den eiligen Erwachsenen abstößt, wird für sie zu einem Wiegenlied zum Himmel.
Christus sagte: «Lasst die Kinder zu mir kommen» (Markus 10,14) und stellte ein Kind unter seine Jünger, denn er sagte: „Der Größte ist der, der sich selbst klein macht“ (Matthäus 18,1–4). Eine Kirche, die Kinder in ihrem Friedensgebet an erste Stelle setzt, wendet das Evangelium wörtlich an. Sie erkennt an, dass die Mächtigen zwar Waffenstillstände aushandeln, wahrer Frieden aber ein Geschenk ist.
Es stimmt, dass das Gebet nicht zum Handeln auffordert. Der Papst weiß das, und die Kirche unterstützt auch konkrete Projekte in notleidenden Gemeinden. Doch es erinnert uns an die grundlegende Ordnung: Ohne Gnade bleiben unsere Bündnisse zerbrechlich. Der heilige Johannes Paul II. sah im Rosenkranz ein Gebet für den Frieden und für die Familie. Diese Erkenntnis wird hier, in den Händen von Kindern, Wirklichkeit.Was Sie ab heute Abend tun können
Sie brauchen keine Reise nach Rom. Versammeln Sie die Kinder aus Ihrem Zuhause, Ihrer Gemeinde oder Ihrer Klasse. Beten Sie ein Gesätz des Rosenkranzes und nennen Sie dabei ein Land, ein Gesicht oder ein bestimmtes Anliegen. Setzen Sie dieses Gebet am 7. Oktober, dem Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz, fort. Wenn ein Kind mitbetet, werden auch Sie Teil der Gebetsgemeinschaft, und die Gebetswache wird weitergehen, ohne dass Sie es merken.
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Leo XIV1514 Artikel
Leo XIV., der erste amerikanische Papst, im Angesicht von KI und digitaler Technologie: Porträt, soziales Erbe Leos XIII. und Herausforderungen…
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Zieht die Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhaft bleibt. (Epheser 6,11)
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Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist. (Lukas 19,10)
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Der Menschensohn ist gekommen, um zu dienen und sein Leben als Lösegeld zu geben. (Markus 10,45)
Das Evangelium der Tat: Jesus, der mächtige Diener, offenbart als der Sohn Gottes am Kreuz.
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Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. (Matthäus 28,20)
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→ Erkunden Sie den Matthäus-Kodex- Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel (Mt 18,1-5.10).
- Was heute bleibt, sind Glaube, Hoffnung, Liebe; aber die Liebe ist die größte unter ihnen (1 Korinther 12,31–13,13).
- Ich sage euch nicht, ihr sollt siebenmal vergeben, sondern siebzigmal siebenmal (Mt 18,21-35).
- Vergib deinem Nächsten das Unrecht, das er dir angetan hat; dann werden dir deine Sünden auf dein Gebet hin vergeben werden (Sirach 27,30 – 28,7).
- Indem ihr gegen eure Brüder sündigt und ihr schwaches Gewissen verletzt, sündigt ihr gegen Christus selbst (1 Kor 8,1b-7.10-13).
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