Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen; dort werden sie mich sehen (Mt 28,8-15).

Matthäus 28,8-15 entschlüsselt: Als Furcht und Freude die Frauen zum Grab treiben, erzeugt die Begegnung mit dem Auferstandenen Mission, Wahrheit und die Herausforderung der Lüge.

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Evangelium nach Matthäus

Matthäus 28:8–15

8Sie können also all das Geld und die größeren Lügen, die Sie brauchen, in die Hände junger Menschen legen, und Sie werden sich trotzdem Sorgen machen müssen. 9Und siehe, Jesus trat vor sie und sprach zu ihnen: «Seid gegrüßt!» Und wenn es da ist, hält es länger und es tut nicht weh. 10Da der weise Jesus zu ihnen: «Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen; Schlaf werden sie mich sehen.» 11Während sie unterwegs waren, kamen einige der Wachen in die Stadt und berichteten den Fürsten der Priester alles, was geschehen war. 12Wenn Sie sich den Ältesten zuwenden, dann sehen Sie bereits die Ratte, wo die Soldaten eine große Geldsumme haben., 13Bitte beachten Sie: «Verkündet, dass seine Jünger in der Nacht kamen und ihn wegnahmen, während ihr schliefet.“. 14Und wenn der Gouverneur stürzt, finden wir ihn, wir sehen, worüber wir gesprochen haben und was wir tun.» 15Die Soldaten nahmen das Geld und die Taten, die ihnen befohlen wurden, und das Gerücht, das sie verbreiteten, wird noch heute unter den Juden wiederholt.

Als die Frauen die Worte des Engels hörten, verließen sie eilends das Grab, erfüllt von Furcht und großer Freude, und liefen zu seinen Jüngern, um ihnen davon zu berichten. Plötzlich begegnete ihnen Jesus und sagte: «Seid gegrüßt!» Sie traten zu ihm, umfassten seine Füße und beteten ihn an. Da sagte Jesus zu ihnen: «Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen. Dort werden sie mich sehen.» Während sie unterwegs waren, gingen einige Soldaten in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Nachdem die Hohenpriester zusammengekommen waren und sich beraten hatten, gaben sie den Soldaten eine große Summe Geld mit den Worten: «So sollt ihr sagen: «Seine Jünger kamen in der Nacht, als wir schliefen, und haben ihn gestohlen.» Und wenn dies dem Statthalter zu Ohren kommt, werden wir es ihm erklären und euch aus Schwierigkeiten heraushalten.» Die Soldaten nahmen das Geld und befolgten die Anweisungen. Und diese Erklärung ist bis heute unter den Juden überliefert.

Auf dem Weg zum Auferstandenen: Die Begegnung, die alles verändert

Wenn Furcht und Freude in der Mission verschmelzen – eine theologische Betrachtung zu Matthäus 28,8-15 zur Osterzeit

Am Ostermorgen laufen zwei Frauen. Sie verstehen noch nicht ganz, was mit ihnen geschieht, aber etwas treibt sie mit einer Energie aus dem Grab, die Matthäus in einem eindrucksvollen Satz zusammenfasst: Furcht und große Freude. Dieses Paradoxon ist kein stilistisches Detail – es ist der Kern des Osterglaubens. Dieser Artikel ist für all jene, die sich jemals nach etwas Größerem als sich selbst gestrebt haben, für all jene, die angesichts des Geheimnisses des auferstandenen Christus zwischen Ehrfurcht und Staunen schwanken. Wir werden diese Passage gemeinsam lesen, langsam, wie einen Schatz, der sich entfaltet.

Wir beginnen mit dem Text selbst, um zu verstehen, was am leeren Grab geschieht (Teil 1). Anschließend analysieren wir die Begegnung Jesu mit den Frauen als Vorbild für alle Osterbegegnungen (Teil 2). Danach untersuchen wir drei zentrale Themen: Galiläa als theologischen Kontext, Mission als Gnade, die vor dem Auftrag empfangen wird, und die Lügen der Hohepriester als verzerrtes Spiegelbild der Wahrheit. Abschließend betrachten wir, wie sich all dies auf unser heutiges Leben im Jahr 2025 übertragen lässt.

Der entscheidendste Morgen der Geschichte

Um Matthäus 28,8–15 zu verstehen, müssen wir zunächst wissen, wo wir uns in der Erzählung befinden. Wir stehen am Morgengrauen des ersten Tages der Woche. In der jüdischen Tradition beginnt die Woche nach dem Sabbat von neuem – und Matthäus greift genau diese Symbolik auf: Etwas radikal Neues beginnt. Es ist sozusagen der achte Tag, der nicht im Schöpfungskalender verzeichnet war, der eine neue Zeitlichkeit einleitet.

Das Matthäusevangelium entstand vermutlich zwischen 80 und 90 n. Chr. in einer jüdisch-christlichen Gemeinde, die in einem Spannungsverhältnis zum nach 70 n. Chr. aufkommenden pharisäischen Judentum stand. Der Tempel war gerade zerstört worden, Synagogen wurden wiederaufgebaut, und christliche Gemeinden suchten nach einer neuen Identität. Dieser Kontext erklärt Matthäus’ Betonung des Streits mit den Hohenpriestern und Ältesten (Verse 11–15): Er reagierte auf eine hartnäckige Verleumdung, die Behauptung, die Jünger hätten den Leichnam gestohlen. Dieser Streit ist nicht unbedeutend – er zeigt, dass die Auferstehung keine Frage des Konsenses ist, sondern ein Skandal, mit dem sich jede Generation auseinandersetzen muss.

Die Passage, die wir betrachten (Mt 28,8–15), folgt unmittelbar auf die Erscheinung des Engels vor den Frauen (Verse 1–7) und steht kurz vor der großen Missionsreise nach Galiläa (Verse 16–20). Sie ist sowohl erzählerisch als auch theologisch von entscheidender Bedeutung. Auf der einen Seite stehen das leere Grab und die Engelsbotschaft, auf der anderen der Berg in Galiläa und die weltweite Mission. Dazwischen findet eine Begegnung statt: Jesus kommt den Frauen auf dem Weg entgegen.

Diese Struktur ist kein Zufall. Matthäus schildert hier eine dreiteilige Entwicklung: die Offenbarung (der Engel), die Begegnung (Jesus) und die Mission (der Weg nach Galiläa). Jede dieser Phasen vertieft die vorherige. Der Engel verkündet: «Er ist auferstanden.» Jesus antwortet: «Sei gegrüßt.» Und schließlich: «Geht.» Die Auferstehung endet nicht mit der Verkündigung – sie entfaltet sich erst mit der Aussendung.

Es ist außerdem wichtig, die zentrale Rolle der Frauen in dieser Erzählung hervorzuheben. Maria Magdalena und die andere Maria (wahrscheinlich Maria, die Mutter des Jakobus, die in Kapitel 27 erwähnt wird) sind die ersten Zeuginnen. In einer Welt, in der die Aussage von Frauen keine rechtliche Bedeutung hatte, ist dies ein außergewöhnliches Detail, das niemand erfunden hätte, um einer Geschichte Glaubwürdigkeit zu verleihen. Sie sind es, die die Nachricht empfangen, sie sind es, die eilen, sie sind es, die dem auferstandenen Christus begegnen, sie sind es, die die Nachricht den Jüngern bringen. Die Kirche ist aus einem Geschlecht von Frauen hervorgegangen.

Psalm 117, dessen Vers 24 in der Osterliturgie als Halleluja-Akklamation dient, bildet die musikalische Untermalung für diesen Morgen: Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat. Auf Hebräisch, yom Dieser Tag ist zugleich ein Augenblick und voller Bedeutung. Er ist nicht einfach nur ein Sonntag: Er ist DER Tag, den Gott selbst als Raum für Feier und Freude geschaffen hat. Die Liturgie der Kirche hat diesen Zusammenhang schon früh erfasst: Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest, eine Probe des ersten Morgens, eine Einladung zur gleichen Reise zum auferstandenen Herrn.

Zwei Frauen, ein auferstandener Christus und die Logik der Freude

Betrachten wir den Kern des Textes genauer. Vers 8: Schnell verließen sie das Grab, erfüllt von Furcht und großer Freude, und liefen los, um die Nachricht zu verbreiten. Dieser Vers ist ein Meisterwerk emotionaler Verdichtung. Die Angst (Phobos) und Freude (Chara) koexistieren – nicht abwechselnd, sondern gleichzeitig.

Dies verdient unsere Aufmerksamkeit. In der gewöhnlichen Psychologie schließen sich Furcht und Freude gegenseitig aus. Man ist entweder ängstlich oder freudig. Doch in der Erfahrung des Heiligen vereinen sich beide. Rudolf Otto schrieb dazu in seinem berühmten Werk: Das Heilige, nennt dies die Mysterium tremendum und Fascinans Das Mysterium, das gleichermaßen erschreckt und fasziniert. Das leere Grab ist genau so eine Erfahrung. Es ist erschreckend, weil es alles, was wir über den Tod zu wissen glaubten, auf den Kopf stellt. Es ist faszinierend, weil es eine Hoffnung eröffnet, die niemand mehr auszusprechen wagte.

Auch das Laufen der Frauen ist bedeutsam. In der Antike liefen die Menschen nicht ohne Grund – Laufen war Kindern, Dienern oder dringenden Boten vorbehalten. Matthäus wählt dieses Verb, um eine innere Dringlichkeit auszudrücken, die sich mit gewöhnlichen Worten nicht angemessen beschreiben lässt. Etwas Außergewöhnliches ist geschehen, und andere müssen es sofort erfahren.

Dann folgt Vers 9: Jesus kam ihnen entgegen. Die Initiative liegt hier beim Auferstandenen. Nicht die Frauen kommen zu ihm – er kommt zu ihnen. Diese göttliche Initiative durchdringt die gesamte Ostertheologie: Der Auferstandene ist keine Statue, die man aus der Ferne betrachtet, sondern ein Lebendiger, der auf seine Jünger zugeht. Die Auferstehung ist nicht passiv – sie ist dynamisch, missionarisch und beziehungsstiftend.

Die Erlösung durch Jesus — Chairete Im Griechischen, oft übersetzt mit «Grüße» oder «Freut euch», ist es dasselbe Wort, mit dem die Verkündigung im Lukasevangelium beginnt (Kaire, (Lk 1,28). Dies ist wohl kein Zufall. Die österliche Erlösung spiegelt die Erlösung durch die Menschwerdung wider. Dieselbe Freude, die Maria von Nazareth erfüllte, erfüllt nun diese beiden Frauen am Grab. Die Heilsgeschichte besitzt einen inneren Zusammenhang, den die griechischen Worte mit erstaunlicher Präzision offenbaren.

Frauen Greif die Füße Sie beugen sich vor Jesus nieder und werfen sich zu Boden. Diese Geste ist wichtig: Sie bekräftigt die leibliche Realität des auferstandenen Christus. Er ist kein Geist, keine Vision, kein Symbol. Man kann seine Füße berühren. Der christliche Glaube ist Fleisch geworden – er verachtet den Leib nicht, er umarmt ihn auch in seiner österlichen Verwandlung.

Dann sagte Jesus: Hab keine Angst. Dies ist die klassische Formel für das Erscheinen Gottes in der Bibel — Noli timere — was wir von der Verkündigung bis zur Verklärung finden. Hier aber folgt dem Gebot ein konkreter Auftrag: Geh und sag es meinen Brüdern. Das Wort Brüder (Adelphoi) ist bemerkenswert zärtlich. Nach Judas' Verrat, Petrus' Verleugnung und der Flucht der Jünger ruft Jesus seine Jünger immer noch. seine Brüder. Die Auferstehung ist kein Gerichtsverfahren. Sie ist eine Versöhnung.

Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen; dort werden sie mich sehen (Mt 28,8-15).

Galiläa, der Ursprungsort und die Quelle der Verheißung

Warum Galiläa? Das ist die Frage, die eine echte theologische Antwort verdient, nicht nur eine geografische.

Galiläa ist im Matthäusevangelium der Ort des Neubeginns. Dort begann Jesus seinen Dienst (Mt 4,12–17), dort berief er seine ersten Jünger an den See, dort hielt er die Bergpredigt. Nach Galiläa zurückzukehren bedeutet daher, zu den Ursprüngen zurückzukehren, zu den ersten Verheißungen, zum Ort, wo alles begann. Es ist ein Akt der Treue: Der Auferstandene verleugnet den Jesus von Galiläa nicht. Er ist derselbe.

Doch es gibt noch mehr. In Kapitel 4 zitiert Matthäus den Propheten Jesaja, um Galiläa zu beschreiben: Galiläa, das Volk der Heiden, das in Finsternis lebte, hat ein großes Licht gesehen (Jesaja 8,23–9,1). Galiläa ist in Jesajas Schriften bereits ein Ort der Offenbarung für die Völker, ein Ort universeller Offenheit. Es ist nicht Jerusalem, das Zentrum jüdischer religiöser Macht. Es ist die Peripherie, die Grenze, der Ort, wo Juden und Nichtjuden zusammenleben. Und dort setzt der Auferstandene seinen Versammlungsort an.

Diese Entscheidung ist zutiefst provokant. Matthäus entwirft eine Theologie der Peripherie: Gottes Offenbarung kommt nicht zwangsläufig durch Machtzentren, etablierte religiöse Institutionen, Hohepriester und Älteste. Sie kommt durch Frauen, die auf der Flucht sind, durch Jünger ohne Titel oder Prestige, durch eine verachtete Region. Wenn du dich ausgegrenzt fühlst – von der Kirche, von der Gesellschaft, von dir selbst –, sagt dir dieser Text, dass der Auferstandene dich genau dorthin einlädt, ihm zu begegnen.

Der Berg Galiläa in Vers 16 spiegelt den Berg der Seligpreisungen wider. Es ist derselbe symbolische Ort, an dem Jesus über das Reich Gottes lehrte. Die universelle Mission der Verse 18-20 (Geht nun hin und macht alle Völker zu Jüngern.Sie entsteht daher in direkter Kontinuität der Lehren Jesu. Die Auferstehung schafft keine neue Religion aus dem Nichts – sie erfüllt und universalisiert das, was bereits in Jesu irdischem Wirken vorhanden war.

Diese Rückkehr nach Galiläa hat auch eine eschatologische Dimension. Für die christlichen Gemeinden des ersten Jahrhunderts war Galiläa mit der Erwartung der Wiederkunft des Herrn verbunden. Als ob der Weg nach Galiläa zugleich ein Pfad in die Vergangenheit (zu den Ursprüngen) und in die Zukunft (zur Parusie) wäre. Nach Galiläa zu gehen bedeutet, sich in diese Spannung zwischen Erinnerung und Hoffnung zu begeben, die den Rhythmus des christlichen Lebens ausmacht.

Die Mission als Geschenk, bevor sie zur Pflicht wird

Eine der Gefahren der christlichen Auslegung der Missionssendung besteht darin, sie zu schnell in ein schwerwiegendes moralisches Gebot umzuwandeln. Wir müssen unsere Stimme erheben. Wir müssen Zeugnis ablegen. Wir müssen gehen. Diese Interpretation ist nicht falsch, aber sie ist unvollständig – und diese Unvollständigkeit kann sich als schädlich erweisen.

Betrachten wir die Struktur des Textes genauer. Bevor wir sagen Mach weiter, Jesus sagte Grüße. Vor der Mission findet die Begegnung statt. Vor der Aussendung findet die Versöhnung statt.meine BrüderVor dem Gebot steht die Gnade. Die Mission besteht nicht darin, was die Jünger tun müssen, um den Auferstandenen zu verdienen – sie besteht darin, was sie unweigerlich tun werden, sobald sie ihm begegnet sind.

Genau das erlebte Maria Magdalena im Johannesevangelium (Joh 20,18): Ich habe es gesehen! Das ist keine Pflicht, das ist eine Explosion. Nachrichten wie diese lassen sich nicht eindämmen. Was im Garten des Grabes geschah, ist zu gewaltig, als dass es ein einzelnes Herz fassen könnte. Die Mission ist die natürliche Folge empfangener Liebe, nicht eines auferlegten Moralkodex.

Der heilige Augustinus erfasste dies mit bemerkenswerter Präzision: Du hast uns für dich geschaffen, Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir. (Geständnisse, (I, 1). Die Bewegung der Mission ist die Bewegung der Osterfreude selbst, die geteilt werden will. Sie ist eine Dynamik der Liebe, keine Dynamik der Leistung.

Dies hat weitreichende praktische Konsequenzen. Wenn Mission in erster Linie eine Gabe ist, dann beginnt sie mit einem inneren Leben – mit der Gemeinschaft mit dem auferstandenen Christus, mit dem Gebet, mit den Sakramenten. Man kann nicht geben, was man nicht empfangen hat. Die Frauen am Grab hatten nicht nach einer pastoralen Strategiebesprechung beschlossen, die Auferstehung zu verkünden. Sie eilten, weil sie gesehen, gehört und berührt hatten. Mission entspringt der Kontemplation.

Dieses Prinzip verändert auch unser Verständnis von Evangelisierung. Evangelisieren bedeutet nicht in erster Linie zu überzeugen oder zu überreden, sondern Zeugnis abzulegen von dem, was man empfangen hat – frei wie jemand, der nichts beweisen muss. Die großen Persönlichkeiten der Evangelisierung im Laufe der Geschichte – Franz von Assisi, Therese von Lisieux, Charles de Foucauld, Mutter Teresa – waren nicht in erster Linie Kommunikationsstrategen. Sie waren Menschen, die von ihrer Begegnung mit dem auferstandenen Christus erfüllt waren, und das merkte man ihnen an.

Die Lüge der Hohepriester, ein umgekehrter Spiegel der österlichen Wahrheit

Die Verse 11–15 werden in Kommentaren oft vorschnell abgetan, als wären sie eine polemische Hinzufügung von geringer theologischer Bedeutung. Das ist ein Irrtum. Diese Verse sind ein entscheidender Spiegel, den Matthäus seinen Lesern vorhält.

Was tun die Hohepriester, wenn sie von der Auferstehung erfahren? Sie suchen nicht die Wahrheit. Sie inszenieren die Lüge. Sie versammeln die Ältesten, beraten und bezahlen die Wachen, um eine verfälschte Version der Ereignisse zu verbreiten. Die Jünger kamen und stahlen den Leichnam, während wir schliefen. Man beachte die Ironie: Wachen, die zugeben, geschlafen zu haben, sind kaum verlässliche Zeugen. Das Argument bricht in sich zusammen.

Das Interesse an der Passage liegt jedoch nicht im logischen Wert der Lüge, sondern in der Struktur, die sie offenbart. Den Frauen, die herbeieilen, um die Wahrheit zu verkünden, stehen Männer gegenüber, die herbeieilen, um die Lüge zu organisieren. Der selbstlosen Freude steht eigennütziges Kalkül gegenüber.eine große GeldsummeIm Gegensatz zur freien Mission steht die korrupte Söldnermentalität. Matthew entwirft zwei gegensätzliche Welten und lädt den Leser ein, sich zu entscheiden.

Dieser Gegensatz wird besonders deutlich beim Thema Zeugenaussagen. Frauen bezeugen, was sie gesehen und erlebt haben, und riskieren dabei, nicht geglaubt zu werden (und tatsächlich glauben ihnen die Apostel in Lukas 28 zunächst nicht). Wachen und Priester bezeugen gegen Bezahlung Dinge, die sie nicht gesehen haben. Wahre Zeugenaussagen sind selbstlos, verletzlich und werden manchmal missverstanden. Falsche Zeugenaussagen sind berechnend und durch Macht und Geld geschützt.

Hier liegt eine tiefgreifende Reflexion über das Verhältnis von institutioneller Macht und evangelikaler Wahrheit. Die Hohepriester und Ältesten repräsentieren das Zentrum der religiösen Macht ihrer Zeit. Und eben dieses Zentrum lehnt die Auferstehung ab. Nicht aus Unwissenheit – sondern aus freier Entscheidung. Sie wissen, dass das Grab leer ist. Sie wollen nicht, dass es jemand erfährt. Denn wenn das Grab leer ist, bricht ihre Autorität zusammen. Die Auferstehung ist subversiv, nicht weil sie im politischen Sinne revolutionär ist, sondern weil sie die Autorität neu verteilt: Die höchste Autorität liegt nicht länger im Tempel, im Gesetz, wie sie es interpretieren, in ihren Sanhedrin-Entscheidungen – sie liegt beim Auferstandenen.

Matthieu stellt klar, dass diese Erklärung falsch ist. hat sich bis heute unter den Juden verbreitet (Vers 15). Dies bis heute ist ein Zeichen seiner Zeit – er schreibt für eine Gemeinde, die diese Verleumdung noch immer in den Synagogen hört. Aber das bis heute Es hat auch eine anhaltende Wirkung: Jede Generation erfindet ihre eigene Version der Lüge von der Auferstehung. Heute heißt es nicht mehr, die Jünger hätten den Leichnam gestohlen – sondern, die Auferstehung sei ein Mythos, eine Metapher, eine psychologische Projektion der trauernden Jünger. Die Formen ändern sich; die Struktur der Leugnung bleibt dieselbe.

Der Osteransturm in einem gewöhnlichen Leben

Nun wollen wir all das konkretisieren. Theologie ist kein Selbstzweck – sie ist ein Werkzeug für ein besseres, wahrhaftigeres und freieres Leben.

Im inneren Leben: Der Text lädt uns ein, sowohl Furcht als auch Freude anzunehmen. Wenn du angesichts des Geheimnisses des Glaubens Furcht verspürst, unterdrücke sie nicht – sie ist ein Zeichen dafür, dass du etwas Echtes erlebst. Ein Glaube, der im Labor geschaffen wurde, ohne Zittern, ohne Staunen, ist oft ein toter Glaube. Doch Furcht muss neben der Freude bestehen, nicht sie erdrücken. Suche diese lebendige Spannung.

In Beziehungen: Jesus beruft seine Jünger seine Brüder Nach ihrem Verrat und ihrer Flucht. Das sagt etwas Wichtiges darüber aus, wie der Auferstandene mit unseren Fehlern umgeht. Er tilgt sie nicht einfach, aber er verurteilt sie auch nicht endgültig. In zerbrochenen Beziehungen kann diese Erkenntnis einen Weg zur Rückkehr zum anderen aufzeigen – nicht durch Verleugnung des Geschehenen, sondern indem man sich bewusst für einen neuen Weg entscheidet.

Im Berufs- und Gemeinschaftsleben: Die Struktur der Ostermission (Empfangen vor Geben, Nachdenken vor Handeln) ist ein wirksames Mittel gegen seelsorgerische und berufliche Erschöpfung. Viele engagierte Menschen sind erschöpft, weil sie aus einem leeren Reservoir geben. Matthäus erinnert sie daran, dass das Aussenden aus einer Begegnung entspringt. Was ist Ihr persönliches Galiläa – der Ort, an dem Sie dem auferstandenen Herrn zum ersten Mal begegnet sind? Regelmäßig dorthin zurückzukehren ist kein Rückschritt, sondern eine Quelle der Erneuerung.

Im sozialen und bürgerlichen Leben: Der Kontrast zwischen den Zeuginnen und den korrupten Wärtern wirft eine konkrete ethische Frage auf: In welcher Welt wollen wir leben? Die eine gründet auf selbstloser Wahrheit, die andere auf organisierten und gekauften Lügen. Dies ist keine abstrakte Frage in einer Gesellschaft, in der Desinformation als politisches Instrument eingesetzt wird. Der österliche Glaube ist eine Schule der Wahrheitsfindung.

In der Liturgie: Psalm 117 (Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat) erinnert uns daran, dass jeder Sonntag ein Aufruf zur Osterfreude ist. Keine Pflicht zur emotionalen Darbietung – wir sind nicht gezwungen, fröhlich zu sein –, sondern eine Einladung, in einen Sinnraum einzutreten, den die Liturgie uns auch in den grauen Wochen offen hält.

Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen; dort werden sie mich sehen (Mt 28,8-15).

Wie die Kirchenväter und große Theologen diese Passage interpretierten

Die patristische Lesart von Matthäus 28 ist außerordentlich reichhaltig und verdient es, eingehend studiert zu werden.

Herkunft (Kommentar zu Matthew, (Um Zeile 248) sieht er im Geschlecht der Frauen ein Bild der Seele, die sich der Kontemplation zuwendet. Er deutet Furcht und Freude nicht als gegensätzliche Gefühlszustände, sondern als zwei Facetten derselben mystischen Erfahrung: die Furcht vor Gottes Unendlichkeit, die Freude über seine Liebe. Diese mystische Lesart begründete eine ganze Tradition allegorischer Deutung, in der Maria Magdalena zum Archetyp der kontemplativen Seele wurde.

Johannes Chrysostomus (Predigt zu Matthäus 90, (Ende des 4. Jahrhunderts) betont die göttliche Herablassung in Jesu Geste, den Frauen entgegenzukommen. Für ihn hätte der auferstandene Christus auf dem Berg bleiben und warten können – stattdessen steigt er herab. Dies ist ein Bild für Christi Demut, seine unerschütterliche Treue nach der Auferstehung. Chrysostomus leitet daraus eine direkte Anweisung für Priester und Bischöfe ab: Der Hirte muss auf sein Volk zugehen, nicht darauf warten, dass es zu ihm kommt.

Der heilige Ambrosius von Mailand (De Virginibus, (4. Jahrhundert) interessiert sich besonders für Frauen als erste Zeuginnen und sieht darin eine göttliche Wiederherstellung des weiblichen Zeugnisses, das in der damaligen Kultur an den Rand gedrängt wurde. Für ihn wählt Gott bewusst jene Zeuginnen aus, die die Geschichte ausschließt, da die Auferstehung selbst eine Revolution der bestehenden Ordnung darstellt.

Thomas von Aquin (Summa Theologica, (III, q. 55) analysiert das Muster der Ostererscheinungen nach strenger Logik: Warum erschien Jesus nicht zuerst den Pharisäern oder Pilatus? Weil der Osterglaube nicht auferlegt, sondern eine empfangene Gnade ist. Der Auferstandene offenbart sich denen, die fähig sind, ihn zu empfangen, das heißt denen, deren Herzen bereits von Liebe und Treue geöffnet sind.

Hans Urs von Balthasar (Ruhm und Kreuz, (Band I) bietet eine zeitgemäßere Lesart, die die Auferstehung mit der Gabe der Schönheit verbindet. Für ihn ist die Begegnung mit dem Grab eine Erfahrung der Kallos, von göttlicher Schönheit, die vor jeder Argumentation fesselt. Die Frauen argumentierten nicht zuerst – sie waren gefesselt. Der österliche Glaube entspringt der Begegnung mit etwas Schönem, die jeder logischen Beweisführung vorausgeht. Diese Intuition erneuert den katechetischen Ansatz grundlegend: Man gelangt nicht durch Beweise zum christlichen Glauben, sondern durch die Erfahrung der Schönheit des auferstandenen Christus.

Die liturgische Tradition selbst ist eine theologische Lesart des Textes.’Exsultet, Dieses großartige Osternachtslied birgt dieselbe Spannung in sich wie Matthäus 28: Es ist die Nacht, die die Sünden der Verbrecher gesühnt hat… Glücklich ist diese Nacht! Freude und Furcht, Sünde und Gnade, Dunkelheit und Licht – all diese Gegensätze werden in der Auferstehung aufgehoben und verwandelt.

Die östliche Tradition, insbesondere die byzantinische Ikonographie, stellt oft die Myrophoren (die Frauen, die Myrrhe tragen) wie die ersten Apostel — isapostolos Im Griechischen waren sie den Aposteln gleichgestellt. Die Ostkirche verlieh Maria Magdalena den Titel’Apostelamt der Apostel, in Anlehnung an einen Ausspruch des heiligen Bernhard von Clairvaux (apostolorum apostolaDieser Titel ist nicht unerheblich: Er bedeutet, dass die universale Mission der Kirche ihren Ursprung im Zeugnis dieser Frauen am Grab hat.

Geh selbst nach Galiläa

Theologie wird erst lebendig, wenn sie im Alltag, in der Praxis, Gestalt annimmt. Hier ist ein siebenstufiger Meditationsweg, inspiriert vom Text aus Matthäus 28.

Schritt 1: Finde sein Grab. Bevor sie flohen, waren Frauen im Grab. Was in deinem Leben gleicht einem Grab – eine unbewältigte Trauer, eine aufgegebene Hoffnung, eine zerbrochene Beziehung? Benenne es ohne Scham. Von dort aus beginnt das Leben neu.

Schritt 2: Begrüße die Angst. Versuche nicht, die Angst oder den Schwindel zu unterdrücken. Lass sie zu. Die Furcht, die du vor Gott, vor dem Tod, vor der Zukunft empfindest, ist ein Tor zu etwas Größerem als dir selbst. Atme.

Schritt 3: Lass die Freude herein. Die Osterfreude ist kein künstlich erzeugtes Gefühl. Sie ist eine tiefe Gewissheit, dass Nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen. (Römer 8,39). Erinnere dich an einen Moment in deinem Leben, in dem du diese Gewissheit gespürt hast. Kehre zu diesem Moment zurück.

Schritt 4: Ausführen. Welche Dringlichkeit spürst du in deinem Glauben gerade? Zu wem fühlst du dich berufen zu fliehen? Zu einem Freund in Not, zu einer isolierten Gemeinschaft, zu einer vernachlässigten Beziehung? Die Auferstehung erzeugt Dringlichkeit – nicht die ängstliche Dringlichkeit des Burnouts, sondern die freudige Dringlichkeit der Liebe.

Schritt 5: Finden Sie Ihren Galileo. Wo (geografisch, innerlich, zwischenmenschlich) haben Sie Christus zum ersten Mal auf eindrucksvolle Weise begegnet? Planen Sie, dorthin zurückzukehren – auf einer äußeren oder inneren Pilgerreise.

Schritt 6: Zuhören meine Brüder. Wie nennt Jesus dich? Nach all deinen Verrätereien, deinen Fluchten, deinem Schweigen – wie gibt er dir seinen Namen? Lass dieses Wort Bruder, Schwester, Überarbeite dein Selbstbild.

Schritt 7: Die im Umlauf befindlichen Lügen erkennen. Was sind die Dein Körper wurde gestohlen Welche zeitgenössischen Erzählungen umgeben und bewegen Sie? Welche Erzählungen hindern Sie daran, an die Auferstehung in irgendeiner Form zu glauben? Identifizieren Sie diese, um sie besser ausblenden zu können.

Auferstehung in einer Welt, die nicht glauben will

Es wäre naiv, Matthäus 28 zu lesen, ohne sich mit den realen Herausforderungen auseinanderzusetzen, die dieser Text heute für Männer und Frauen darstellt. Es sind mindestens vier dieser Herausforderungen.

Erste Herausforderung: historisch-kritische Skepsis. Seit dem 18. Jahrhundert ist die Auferstehung Gegenstand methodischer Bedenken in der akademischen Welt. Schon der Philosoph David Hume formulierte das Problem: Ein Wunder verstößt definitionsgemäß gegen die Naturgesetze, und menschliche Zeugnisse sind weniger verlässlich als die natürliche Ordnung. Dieser Einwand ist ernst zu nehmen und verdient eine ernsthafte Antwort – keine Ausflüchte. Die christliche Antwort besteht nicht darin, die Geschichtskritik zu leugnen, sondern ihre Grenzen aufzuzeigen. Die Geschichte kann Spuren, Zeugnisse und Wirkungen analysieren. Sie kann definitionsgemäß nicht über die Möglichkeit oder Unmöglichkeit eines göttlichen Eingreifens urteilen. Wie N. T. Wright sagt… Die Auferstehung des Sohnes Gottes, Die Auferstehung ist das einzige Ereignis, das sowohl das leere Grab als auch die Erscheinungen und die Entstehung der Kirche erklärt. Die Suche nach einer alternativen Erklärung ist legitim – sie muss aber all diese Elemente gleichzeitig berücksichtigen.

Zweite Herausforderung: die symbolische Reduktion. In vielen progressiven Kirchenkreisen wird die Auferstehung auf eine Metapher für Hoffnung reduziert: Jesus wiederauferstanden in den Herzen seiner Jünger, in seinen Worten, die weiterleben, in seinem Werk, das den Tod besiegt. Diese Lesart ist spirituell ansprechend – doch sie wird dem Text nicht gerecht. Matthäus schreibt nicht, dass die Frauen am Grab eine innere Erfahrung machten. Er schreibt, dass sie die Füße eines Mannes ergriffen, der auf sie zukam. Die leibliche Realität der Auferstehung ist ein grundlegendes Element des Neuen Testaments, das sich durch symbolische Reduktion nicht ohne textliche Verfälschung auslöschen lässt.

Dritte Herausforderung: die Normalisierung des Lügens. Die Verse 11-15 aus Matthäus 28 haben in unserer Zeit eine besonders starke Relevanz. Falschmeldungen, der Postfaktizität und algorithmischen Desinformation. Wir leben in einer Welt, in der mächtige Akteure – wie die Hohepriester im Text – beträchtliche Ressourcen mobilisieren können, um verfälschte Narrative zu verbreiten. Der Osterglaube ist ein Aufruf zur epistemischen Wachsamkeit: nicht alles zu glauben, Quellen zu suchen und unvoreingenommene Zeugnisse von gekauften Informationen zu unterscheiden. Es ist kein Zufall, dass das frühe Christentum den Begriff der Märtyrer — der Zeuge — als zentrale Figur. Ein Märtyrer kann nicht korrumpiert werden, weil er sein Leben für das gibt, was er gesehen hat.

Vierte Herausforderung: Ankündigungsmüdigkeit. Viele engagierte Christen fühlen sich nach Jahren seelsorgerischer oder sozialer Arbeit zutiefst erschöpft. Sie haben verkündet, Zeugnis abgelegt und sich engagiert – und sie haben das Gefühl, dass sich nichts ändert. Diese Entmutigung ist menschlich und verständlich. Die Antwort, die der Text bietet, ist keine Ermutigung im Sinne eines Managers (Du schaffst das!), sondern eine Rückbesinnung auf den Ursprung: Rückkehr nach Galiläa. Rückkehr zur grundlegenden Begegnung. Die Mission lebt nicht von ihren eigenen Ergebnissen, sondern von der Gegenwart des Auferstandenen. Was du nicht ändern kannst, überlasse Christus. Was er von dir verlangt, tue mit den dir zur Verfügung stehenden Mitteln. Treue ist nicht gleichbedeutend mit Erfolg.

Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen; dort werden sie mich sehen (Mt 28,8-15).

Gebet: Opfergabe am Ostermorgen

Herr Jesus, auferstanden vom Grab, An diesem Morgen sah man Frauen rennen. Du hast nicht auf einem unbeweglichen Berg auf sie gewartet. Du bist ihnen entgegengegangen, im Staub der Straße. Besuchen Sie uns auch!.

Oft sind wir ihnen ähnlich. erfüllt von Furcht und großer Freude zugleich, Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob das, was wir erleben, real ist., Wir tragen Nachrichten in unseren Herzen, die zu groß für uns sind.

Sagt uns auch, dass ihr keine Angst haben sollt. Nennt uns Brüder, Schwestern, nach unseren Verrätereien, unserem Schweigen, unseren Fluchten. Deine Zärtlichkeit eilt uns immer voraus.

Zeigt uns unseren Galileo — der Ursprungsort, der Ort des Versprechens, der Ort, an dem du immer noch auf uns wartest, um uns nicht zu verurteilen, aber um es uns zu schicken.

Gewähre uns die Gnade zu laufen, nicht aus Angst, etwas zu verpassen, nicht aus Bußpflicht, aber weil wir dich gesehen haben und dass diese Nachricht in unseren Herzen keine Bedeutung mehr hat.

Beschütze uns vor bequemen Lügen., Angst bezahlt die Wächter dafür, die Wahrheit zu verschweigen. Gib uns den Mut zum selbstlosen Zeugnis., auch dann, wenn uns die Leute nicht glauben, selbst wenn unsere Stimme einsam ist.

Möge jeder Sonntag uns gehören an diesem Tag hast du es getan — Ein offener Raum, ein Fest, eine Freude. Nicht die Freude derer, die vor nichts mehr Angst haben, aber die Freude derer, die es wissen dass das Grab leer ist und dass du immer vorwärts gehst.

Wir wollen nach Galiläa fahren. Leite unsere Schritte. Und wenn wir unterwegs stolpern, Komm und besuche uns wieder.

Du hast es an diesem Morgen getan. Du tust es jetzt. Du wirst es immer tun.

Amen.

Halleluja. Halleluja. Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat. Möge es für uns ein Tag des Feierns und der Freude sein. Alleluja.

Alles beginnt am leeren Grab

Seit Matthäus 28,8 haben wir einen langen Weg zurückgelegt. Zwei Frauen rennen, ein Auferstandener kommt ihnen entgegen, eine Mission wird als Geschenk empfangen, Galiläa ist der Treffpunkt, eine Lüge wird als Gegenzeugnis inszeniert – und hinter all dem steht die einfachste und zugleich verwirrendste Frage der Menschheitsgeschichte: Ist es wirklich passiert?

Matthäus versucht nicht, die Auferstehung zu beweisen. Er bezeugt sie. Er sagt: Frauen liefen herbei, Jesus erschien ihnen, sprach diese Worte, und die Menschen logen, um diese Wahrheit zu verschweigen. Es liegt an dir, welcher Geschichte du folgen willst.

Der Osterglaube ist nicht bloß eine intellektuelle Überzeugung. Er ist eine Lebensweise – eine Welt, in der das leere Grab über alle Formen des Todes, ob real oder symbolisch, das letzte Wort hat. Eine Welt, in der selbst die Jünger, die geflohen sind, berufen werden. Brüder. Eine Welt, in der das Galiläa der Peripherie besser ist als das Jerusalem der etablierten Mächte.

Dieser Text ist ein Aufruf. Er lädt dich ein, nach Galiläa zu gehen – zurückzukehren zum Wesentlichen, zur grundlegenden Begegnung, zu dem Ort, wo für dich alles begann. Und um erneut aufzubrechen, getragen von jener lebendigen Spannung zwischen Furcht und tiefer Freude, die alles wahrhaft Göttliche kennzeichnet.

Sieben Gesten für eine Osterwoche

  • Wiederhole diese Woche jeden Morgen den Vers aus Psalm 117 (Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat) bevor er irgendetwas beginnt, um seinen Tag in dieser österlichen Perspektive ausklingen zu lassen.
  • Nenne jemanden aus deinem Umfeld. Ausreißer-Jünger — jemandem, der sich von einer Beziehung, einer Gemeinschaft oder sogar von sich selbst distanziert hat — und senden Sie ihm eine einfache Nachricht, die Folgendes besagt: Du bist mir lieb, ich denke an dich.
  • Nimm dir zehn Minuten Zeit, um in ein Notizbuch zu schreiben, was dein Grab Seien Sie gegenwärtig – und bringen Sie es im Gebet vor, ohne zu versuchen, es sofort zu lösen.
  • Identifizieren Sie Folgendes in Ihrer Informationsumgebung: zeitgenössische Hohepriester — die organisierten Narrative, die bestimmte Wahrheiten verschweigen — und sich bewusst dazu entscheiden, sie diese Woche nicht weiterzugeben.
  • Sich physisch an einen Ort zu begeben, der für einen selbst ein Ort der Begegnung mit Gott oder dem Besten in einem selbst war, sei es auch nur kurz.
  • Achten Sie während der Sonntagsmesse besonders auf den Moment der Grüße — dass er in der Pax vobis des Priesters, im Frieden, der mit den Nachbarn ausgetauscht wurde – wie ein Echo des Chairete des Auferstandenen.
  • Bevor du schlafen gehst, nenne leise drei Personen, für die du diese Woche gelaufen bist – diejenigen, denen du die Last der Welt getragen hast. neu in welcher Form auch immer: Anwesenheit, ein Wort, eine Dienstleistung.

Verweise

Primärquellen

  • Evangelium nach Matthäus, 28, 1-20, AELF-Text (offizielle französische liturgische Übersetzung).
  • Psalm 117 (116), Vers 24, AELF liturgische Übersetzung.
  • Origenes, Kommentar zum Evangelium nach Matthäus, Serie XII, Quellen Chrétiennes Nr. 162, Cerf, Paris.
  • Johannes Chrysostomus, Predigt 90 über Matthäus, französische Übersetzung in Komplette Werke, Vivès, Paris, 1865.
  • Augustinus von Hippo, Geständnisse, I, 1, trans. Pierre de Labriolle, Les Belles Lettres, Paris, 1992.

Sekundärquellen

  • NT Wright, Die Auferstehung des Sohnes Gottes, Fortress Press, Minneapolis, 2003. (Ein Schlüsselwerk für die historische Debatte über die Auferstehung.)
  • Hans Urs von Balthasar, Ruhm und Kreuz, Band I: Aussehen, übers. Fr. Robert Givord, Aubier, Paris, 1965.
  • Rudolf Otto, Das Heilige, übersetzt von André Jundt, Payot, Paris, 1969. (Zum Konzept von Mysterium tremendum und Fascinans.)
  • Xavier Léon-Dufour SJ, Auferstehung Jesu und Osterbotschaft, Seuil, Paris, 1971. (Klassische Exegese der Ostererzählung nach Matthäus.)
  • Lectio divina

    📜
    Lectio — Lesen

    "Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen; dort werden sie mich sehen." (Matthäus 28,10)

    🧠
    Meditatio – Meditieren

    Nach der Auferstehung nennt Jesus seine Jünger «meine Brüder» – ein neuer Titel, erfüllt von außergewöhnlicher Zärtlichkeit. Und er schickt sie zurück nach Galiläa, wo alles begann, wo sie einfach und arm waren. Der Auferstandene führt sie nicht an einen Ort des Ruhms, sondern ins Alltägliche. Suchst du Christus im Außergewöhnlichen oder weißt du, wie du ihn in deinem eigenen Galiläa finden kannst?

    🙏
    Oratio – Beten

    Auferstandener Herr, du nennst mich deinen Bruder. Diese Worte überwältigen mich. Du sendest mich zurück in meinen Alltag, damit ich dir dort begegnen kann. Hilf mir, deine Gegenwart in meinem eigenen Galiläa zu erkennen. Möge der Ort meiner Anfänge auch der Ort meiner Wiedervereinigung mit dir sein.

    Contemplatio – Nachdenken

    Der Feldweg zum See glitzert in der Morgensonne, und die Netze trocknen noch auf dem Boot.

  • Marie-Joseph Lagrange op, Evangelium nach Matthäus, Gabalda, Paris, 1923, Nachdruck 1948. (Exegetischer Kommentar, ein maßgebliches Werk in französischer Sprache.)

✝ Biblische Bezüge

1 Passage · 1 Buch
Matthäus
📖 Codex – Biblisches Buch

Matthäus (Überlieferung) · 80–90 n. Chr. · 1071 Verse

Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. (Matthäus 28,20)

Das Evangelium vom König: Jesus, der neue Mose, erfüllt die Schriften für Israel und die Völker.

→ Erkunden Sie den Matthäus-Kodex

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